Eine überraschende Erbschaft ermöglicht es der Famile Steisslinger,
im Spätsommer 1922 in das von Fritz Steisslinger selbst entworfene
Haus in Böblingen und damit in die Nähe der Kunstszene der Landeshauptstadt
Stuttgart zu ziehen.
Mit diesem dreigeschossigen Haus, das bis in die formalen Einzelheiten des
Mauerwerkes aus Sandstein zusammen mit der kompletten Innenausstattung ganz
nach seinen eigenen Vorstellungen und Entwürfen gebaut worden war,
schuf sich Fritz Steisslinger ein „Denkmal“ in der Art eines
Gesamtkunstwerkes, in dem Atelier, Wohnhaus und parkartiger Garten eine
eindrucksvolle Einheit bilden, die sich bis zum heutigen Tag erhalten hat.
Den Abschluss des wehrhaft wirkenden, von einem Rundgang umgebenen Baus,
bildet ein aufgesetzter stumpfwinkliger Giebelbau im dritten Obergeschoss,
in dem sich die Dreiecksformen der Fenster in fein abgestimmten Maßen
wiederholen. Dieses Geschoss hat auf drei Seiten einen Umgang. Im Innern
befand sich Steisslingers Atelier, das damals mit einem Oberlicht und seinen
Fenstern an den Seiten von Tageslicht durchflutet wurde.
Die Brunnenfiguren waren in der im Nebengebäude untergebrachten Bildhauerwerkstatt
nach Modellen seiner Söhne entstanden. Dieses ungewöhnliche Anwesen
auf der Spitze des Tannenbergs lag damals noch weit ab von dem Städtchen
Böblingen und war in der Region weit bekannt.
Im neuen Böblinger Atelier widmet sich Steisslinger großen Figurenbildern
und Landschaftsbildern der näheren Umgebung. Im Fokus: die Familienmitglieder,
aber auch das Haus und der Garten als neue, eigene Schöpfungen.





